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Jul

Können deutsche Glücksspieler ihr Geld zurückfordern?

Können deutsche Glücksspieler ihr Geld zurückfordern?

Momentan versuchen einige Anwaltskanzleien deutschen Glücksspielern zu helfen. Sie beziehen sich auf mehrere Gerichtsurteile, welche das Zurückholen von Spielverlusten genehmigen. Konkret geht es um Einzahlungen per Kreditkarte, welche bei Anbietern ohne Lizenz getätigt worden sind. Allerdings ist die Rechtslage mehr als unklar. Hierzu braucht es noch eine Grundsatzentscheidung vom Bundesgerichtshof.

Echtgeld-Casinospiele ohne Risiko

Unterdessen versuchen pfiffige Anwälte jene Spieler auszumachen, welche wie oben beschrieben vorgegangen sind und verloren haben. In der BILD-Zeitung wurde dazu sogar ein Beitrag mit dem Titel „Zocken ohne Verlustrisiko!“ veröffentlicht. Aber ist dem wirklich so?

Den Grundstein legte das Landgericht Berlin in 2017. Im damaligen Urteil (Az. 4 S 1/17) wurde bestätigt, dass Banken im Zusammenhang mit dem Aufwendungsersatz stehen. Vorausgesetzt die Transaktion fand per Kreditkarte statt. Auch das Landgericht München sowie das zugehörige Oberlandesgericht haben dies kürzlich bestätigt, wenn Zahlungen auf diese Weise an nicht lizensierte Anbieter gehen.

Allerdings zeigte die Vergangenheit, dass die Urteile in höheren Instanzen immer scheiterten. Deshalb sollten sich Spieler nicht zu viel vom Rechtsweg erhoffen.

Bei den besagten Fällen hatten die Spieler via Skrill eingezahlt und die Abbuchung über Kreditkarten veranlasst. Damit spielten sie beim Online Poker und in virtuellen Casinos. Denen fehlte jedoch die deutsche Genehmigung zum Spielbetrieb.

Später plädierten die Spieler auf ein illegales Angebot und forderten ihre Gelder zurück.

Frühere Urteile sagen anderes aus

Vom Amtsgericht Berlin-Mitte gab es Ende 2016 ein Urteil (17 C 203/16), welches die Rückzahlung von Kreditkartenumsätzen verneinte.

Dabei bezog es sich auf eine sehr alte Entscheidung vom BGH aus 2002 (Az. XI ZR 420/01). Dort hieß es, dass Kreditkartenunternehmen Zahlungen aller Art annehmen müssten. Ohne vorher zu prüfen, ob der Kunde überhaupt liquide sei. Somit bleibt dieser zahlungspflichtig, egal wofür er das Geld verwendet hat.

Insgesamt bleibt es unwahrscheinlich, dass Spieler auf diesem Wege ihre Gelder zurückfordern können. Dazu bräuchte es wohl auch ein neues Urteil vom BGH, welches Bezug auf die nun existierenden Online-Glücksspielangebote nimmt.

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