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Sep

Finnland: Pilotstudie mit Medikament gegen Spielsucht

Finnland: Pilotstudie mit Medikament gegen Spielsucht

Wenngleich Glücksspiele sehr unterhaltsam sind, bergen sie ein gewisses Gefahrenpotential. Ein kleiner Prozentsatz seiner Nutzer zeigen Tendenzen zur Spielsucht. Manche verfallen ihr ganz und verzocken dabei alles. Therapeutische Maßnahmen sind wichtig, um zur Normalität zurückkehren zu können. Dabei könnte nun ein neues Medikament helfen. Erste Forschungsergebnisse sind vielversprechend.

Naloxon soll Abhilfe schaffen

Finnische Forscher sind auf einen Wirkstoff namens „Naloxon“ gestoßen. Deren Untersuchung hat es kürzlich ins „British Medical Journal“ (BMJ) geschafft.

Hierfür nahmen zunächst nur 20 Personen teil. Je zehn Personen gelangten in eine Vergleichsgruppe. Das Naloxon wurde beiden Gruppen gegeben und zwar in Form eines Nasensprays. Dieses sollten die Probanden immer dann anwenden, wenn sie sich verstärkt zum Glücksspiel hingezogen fühlten.

Der Unterschied war jedoch, dass die erste Gruppe ihr Medikament mit nur einem Pumpstoß bis zu viermal am Tag anwenden durfte. Die andere sollte zwei Pumpstöße täglich einnehmen und das ebenfalls höchstens viermal. Somit inhalierte die zweite Testgruppe bestenfalls doppelt so viel wie die erste.

Auswertung: Im getesteten Zeitraum wurde deutlich weniger gespielt. Glücksspiele wurden zudem weniger intensiv genutzt. Mehrheitlich litten die Teilnehmer unter schwächer ausgeprägten Depressionen. Die höher dosierte Gruppe spielte seltener.

Studie ist nicht repräsentativ

Dies liegt zum einen an der geringen Teilnehmerzahl. Zum anderen war die Auswertung durch viele subjektive Faktoren beeinflusst. Dennoch gaben die Probanden ein überwiegend positives Feedback ab.

Es muss aber auch angemerkt werden, dass die Studienteilnehmer mit zum Teil starken Nebenwirkungen zu kämpfen hatten. Naloxon ist bekannt für Kopfschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Wenngleich kein Proband ernsthaft darunter litt, sind diese Nebenwirkungen nicht von der Hand zu weisen. Sie erschweren den Entzug und die Chance auf den Therapieerfolg.

Wichtig wäre auch eine dritte Vergleichsgruppe mit Placebos gewesen. In dieser Untersuchung erhielten alle Teilnehmer das Medikament. Aber Finnland ist dran und zwar mit einer weiteren Studie. An dieser nehmen 130 Personen teil. Die Ergebnisse werden im Frühling 2020 erwartet.

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